Neue Studie: Soziale Herkunft prägt Bildungswege bis in die Ausbildung
Eine aktuelle Studie des Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) „Von der Kita bis zur Uni – Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“ zeigt, wie stark die soziale Herkunft Bildungswege in Deutschland beeinflusst. Auf Basis von Langzeitdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) wird erstmals umfassend analysiert, wie sich ungleiche Startbedingungen von der frühen Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter auswirken.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Bildungsungleichheiten früh entstehen und über den gesamten Bildungsweg hinweg bestehen bleiben. Dabei spielen nicht nur Kompetenzen eine Rolle. Auch sogenannte Gatekeeper im Bildungssystem, etwa Lehrkräfte bei Notengebung und Übergangsempfehlungen, tragen dazu bei, dass Kinder aus sozial besser gestellten Familien bei gleichen Leistungen häufiger bessere Bewertungen und höhere Bildungsempfehlungen erhalten.
Diese Unterschiede wirken sich langfristig aus. Schulabschlüsse sind entscheidend für den weiteren Bildungs- und Berufsweg, da sie den Zugang zu Ausbildung, Studium und Arbeitsmarkt maßgeblich beeinflussen.
Für die berufliche Ausbildung zeigen die Analysen ein differenziertes Bild: Junge Menschen aus weniger privilegierten Familien nehmen häufiger eine Ausbildung auf, haben jedoch etwas geringere Chancen, sie erfolgreich abzuschließen. Insbesondere wenn sie von Armut betroffen sind. Insgesamt sind die sozialen Unterschiede beim Ausbildungsabschluss jedoch weniger stark ausgeprägt als in früheren Bildungsphasen.
Für die Praxis bedeutet das, dass Übergänge in Ausbildung zentrale Weichen im Bildungssystem sind. Hier entscheidet sich, ob bestehende Ungleichheiten weiterwirken oder abgemildert werden können. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig unterstützende Strukturen und verlässliche Begleitung für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf sind.
Hier setzt die Arbeit von DNA Berlin an: Durch individuelle Begleitung von Auszubildenden, Qualifizierungsangebote für ausbildendes Personal und die Vernetzung zentraler Akteure trägt das Netzwerk dazu bei, Ausbildung stabiler und chancengerechter zu gestalten.
Die Studie liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten und zeigt, an welchen Stellen im Bildungssystem gezielt angesetzt werden kann, um faire Chancen für alle jungen Menschen zu stärken.